Der Wald war hell und grün. Sonnenlicht ließ die Blätter wie winzige Flaggen glänzen. Bruno Bär wachte auf, streckte die starken, pelzigen Arme und schnupperte die süße Tannenluft.
Von weit her hörte er den Fluss rauschen: „Rausch, still, schhh.“ Bruno schlurfte zum Ufer. Die kleine Holzstammbrücke, die über das Wasser führte, war fort. Der Fluss war nach dem Regen groß und wild geworden.
Maple Eichhörnchen flitzte einen Stamm hinunter. „Oh nein! Die Brücke!“, quietschte sie.
Daisy Kaninchen schaute aus einem Farnbüschel. „Mein Karotten-Feld ist auf der anderen Seite,“ sagte sie.
Pip Biber schlug mit dem Schwanz. „Ich kann Stöcke kauen,“ sagte er stolz. Lark Vogel schwebte tief. „Ich kann von oben schauen!“, sang sie.
Bruno rieb sein Kinn. Seine Pfoten waren breit und stark, aber seine Stimme war weich. „Wir können eine neue Brücke bauen,“ sagte er. „Der Wald wird uns helfen.“
Maples Augen wurden groß. „Wie?“
„Mit dem, was wir finden,“ sagte Bruno. „Holzstämme und Reben. Glatte Steine. Gute Ideen.“
Zusammen gingen sie am Fluss entlang. Der Boden machte matsch-matsch unter Brunos Pfoten. Er roch nasse Blätter und klebrigen Saft. Lark flog in Schleifen. „Dort!“, rief sie. „Eine schmale Kurve! Die Ufer sind nah.“
Sie fanden einen gefallenen Baum, der in Brombeersträuchern verfangen war. Er war groß und schwer und genau richtig.
Bruno schlang die Arme um den Stamm. „Zieh—“, sagte er.
„Ho!“ sagte Pip und schob mit dem Schwanz.
Der Stamm rollte ein bisschen. Bump. Bump. Bump. Maple eilte, um dornige Reben wegzuziehen. Daisy hüpfte und pflückte gerade Stöcke.
Der Stamm glitt in Richtung des rauschenden Wassers. „Oh-oh!“, piepte Daisy.
Bruno pflanzte die Pfoten in Schlamm. Er spürte, wie die Erde ihm Halt gab. „Ich halte dich,“ grummelte er dem Stamm und seinen Freunden zu. Er lehnte sich, langsam und stetig. Pip schob einen flachen Stein unter den Stamm, um ihn zu verkeilen. Der Stamm hielt.
„Gutes Denken,“ sagte Bruno zu Pip.
Sie schoben wieder zusammen. Zieh-ho! Lark leitete sie vom Himmel. „Ein bisschen links! Ein bisschen rechts!“, sang sie.
Als sie die schmale Kurve erreichten, schaute Bruno auf den Fluss. Er rauschte und glitzerte. „Wir legen den großen Stamm hier,“ sagte er. „Wir bauen kleine Stützen, um ihn darauf ruhen zu lassen.“
Pip kaute kleine Zweige. Knack, knack, knack. Daisy stellte Stöcke wie Soldaten auf. Maple fand verdrehte grüne Reben und webte sie wie Bänder.
Bruno suchte nach einem langen, starken Ast. Er schob ein Ende unter einen runden Stein. „Ein Hebel,“ sagte er. „Wir können schwere Dinge mit einem langen Hebel anheben.“
„Lang macht stark!“, sang Maple, und alle kicherten.
Sie drückten. Der Stein hob sich gerade genug. Bruno schob einen flachen Stein darunter. „Schritt eins,“ sagte er.
Sie bauten eine weitere Stütze. Und noch eine. Der große Stamm hob sich immer höher. Brunos Schultern waren müde, aber sein Herz fühlte sich leicht.
Schließlich rollten sie den Stamm über die Stützen. Das Ende stieß ans ferne Ufer. Bump!
Der Stamm schwankte.
„Schwanke nicht,“ flüsterte Daisy.
Bruno legte eine Pfote auf den Stamm. Er atmete den Tannenduft ein. Er atmete langsam aus. „Ruhig, alter Freund,“ sagte er dem Stamm. Er drückte mit seinem Gewicht. Das Schwanken ließ nach. Pip sprang ins flache Wasser und stopfte Steine an die Seiten. Maple band die Reben mit Kreuzknoten. Lark fand mehr Reben und ließ sie wie grüne Bänder vom Himmel fallen.
„Teste sie,“ sagte Lark.
„Ich gehe zuerst,“ sagte Bruno. Er ging auf die Brücke. Schritt. Pause. Schritt. Der Fluss sang unter ihm, aber die Brücke war stark.
Auf der anderen Seite drehte er sich um und grinste. „Kommt!“
Daisy hüpfte, hop-hop-hop. Maple flitzte in winzigen Zickzacklinien. Pip watschelte mit erhobenem Schwanz. Lark flog hinüber, nur weil sie konnte.
Sie hatten es geschafft! Am fernen Ufer waren Beerenbüsche schwer mit Früchten. Lila, rot und blau. Bienen summten an einem Baum mit einem goldenen Loch.
„Snackzeit,“ sagte Bruno.
Sie pflückten und naschten. Beeren spritzten. Bald hatte Daisy einen lila Bart. Maple hatte klebrige Pfoten. Pip hatte einen glücklichen, saftigen Schnurrbart. Brunos Fell war mit kleinen Beerenflecken übersät, was alle zum Lachen brachte.
„Wir haben es gemeinsam geschafft,“ sagte Maple.
Bruno leckte eine Pfote. „Der Wald hat uns geholfen, und wir haben dem Wald geholfen,“ sagte er. Er klopfte die Brücke. „Jetzt können alle überqueren.“
Der Fluss rauschte leise: „Rausch, still, schhh“, jetzt viel sanfter. Sonnenlicht tanzte auf dem Wasser. Eine Libelle zeichnete eine glänzende Linie in die Luft.
„Was bauen wir als Nächstes?“, fragte Pip.
Bruno lächelte und legte sich auf die warmen, flachen Steine zurück. „Lass uns dem Wald zuhören,“ sagte er. „Er wird es uns sagen.“
Sie ruhten, satt und glücklich, während der helle, betriebsame Tag weiterging und die neue Brücke stabil stand.
Ende
