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Der verschwundene Zauberstab

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Der verschwundene Zauberstab

Der Morgen malte warme Lichtquadrate in Zauberer Brambles Küche in der hellen Stadt Weidenhell. Lila, eine kleine Zauberlehrling mit einem Regenbogenschal, stand auf Zehenspitzen, um an den blattförmigen Keksen zu schnuppern, die auf dem Tisch abkühlten. Ihr Freund Sprig, ein grüner Frosch mit Fingerhuthut, zwinkerte mit einem glänzenden Auge.

„Heute ist die Seifenblasen-Parade!“, sang Lila.

Zauberer Bramble wirbelte zu einem Regal. „Und wir brauchen meinen Zauberstab, um Seifenblasen in Blumen zu verwandeln! Wo habe ich nur…“ Er griff, klopfte seine Taschen ab und spähte unter eine Schüssel. „Oh Gurken-Kiesel. Mein Zauberstab ist verschwunden!“

Lilas Augen wurden hell. „Ein Geheimnis“, flüsterte sie. Sie drückte ihre Hände zusammen und sprach einen winzigen Helferzauber. „Hinweis, versteck dich nicht. Zeig deinen Glanz.“ Ein freundliches Schaudern von Magie rollte durch den Raum, und schwache Funken glühten auf dem Boden.

Sprig zeigte. „Schau! Blaue Streusel.“

Eine kurvige Spur aus blauem Zuckerstaub führte vom Keksteller zur singenden Teetasse. Die Teetasse summte eine kleine Melodie. „Kling-kling-klong! Der Zauberstab tanzte hier vorbei“, läutete sie. „Er klopfte dreimal auf meine Untertasse.“ Die Teetasse machte: „KLOPF. KLOPF. KLOPF.“

„Drei Klopfer“, wiederholte Lila und nickte. Sie steckte diesen Hinweis in ihren Kopf.

Sie folgten den Funken am Kicherteppich vorbei, der wackelte, als sie darauf traten. „Etwas Kitzliges rutschte über mich“, kicherte der Teppich. „Es roch nach Zitronen!“

Sprig hüpfte zu einer winzigen Pfütze auf dem Boden. „Limonadentropfen“, quakte er nach zartem Lecken. „Eins, zwei, drei Tropfen. Wieder drei!“

Gerade dann wachte die Tafel an der Wand auf und schrieb ganz von selbst. Schnörkelige Buchstaben wuchsen wie Ranken:

Ich habe ein Gesicht und Hände, die niemals klatschen. Finde mich, wo runde Blätter tick-tack machen und ein Nickerchen halten.

Sprig tippte seinen Fingerhuthut an. „Ein Gesicht und Hände?“

Lila grinste. „Eine Uhr! Und tick-tack. Zauberer Brambles Uhrbusch ist im Garten – der wie eine große runde Uhr mit Blätterzahlen geschnitten ist!“

Hinaus gingen sie, vorbei am Kohlkopf, der Bass sang, und am Besen, der in der Ecke schnarchte. Der Garten atmete den Geruch von nasser Erde und Minze aus. In der Mitte stand der Uhrbusch, rund und ordentlich, mit glänzenden Blättern, die wie Zahlen geformt waren. Muscheln baumelten als Glockenspiel.

„Hör zu“, flüsterte Lila.

Aus dem Busch kam das leiseste Kichern. Kein Zweig, sondern ein Wirbel aus funkelndem Holz, der aus einem Garnnest beim Blatt in Form einer Drei hervorlugte.

Sprig hüpfte. „Wieder drei!“

Lila kniete nieder. „Hallo, Zauberstab“, sagte sie freundlich. „Die Seifenblasen-Parade ist bald. Wir brauchen dich.“ Sie streckte ihre Hände aus und sprach einen sanften Reim, nicht herrisch, nur süß wie Honigtee.

„Kleiner Zauberstab, tapfer und hell, Komm herbei, versteck dich nicht mehr so schnell. Wir machen Blumen aus Seifenblasenbändern, Zusammen können wir das ändern.“

Boky

Ende

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